Unser schmutziges Rüdersdorf
Rüdersdorf gehört neben Woltersdorf zu den schmutzigsten Orten in unserer nächsten Umgebung. Kein einziger Verteilerkasten für Strom oder Telefon und Internet erfreut sich noch seiner jungfräulichen Farbgebung, alle sind mit dem Logo des 1. FC Union bis zur Unkenntlichkeit verunziert. Auch die neuen Bushaltestellen der Waldstraße werden ständig mit Graffiti besprüht. Gleiches trifft auf die Brückenportale in der Waldstraße und auch beim Rest der Rüdersdorfer Brücken zu. An einer Bushaltestelle an der Klinik am See wurden sogar die Scheiben der Rückseite gestohlen. Die L-Schalen an der Abfahrt nach Woltersdorf waren besprüht, bevor die Straße nach der kompletten Erneuerung freigegeben war.
Der relativ strenge vergangene Winter erforderte den massiven Einsatz von Streumitteln. Vor dem inzwischen der Gemeinde gehörenden Garagenkomplex in der Waldstraße und auch auf dem Fahrradweg an der Auffahrt zum Wohngebiet Seebad kann man jede Menge Streumittel bewundern und im schlimmsten Fall mit dem Fahrrad darauf ausrutschen. Auch die Schnittgerinne in der Waldstraße sind angefüllt mit Streumitteln. Sogar der Gehweg auf der Kalkgrabenbrücke ist zur Hälfte mit Streugut bedeckt. So ziemlich jeden Tag fahren der Bauhof und auch das Ordnungsamt daran vorbei. Aber die sollen beim Fahren ja auch auf die Straße achten. Also bleibt alles so wie es ist. Schließlich soll man ja auch auf die Fortsetzung alter Traditionen achten. Und in Sachen Verschmutzung hatte Rüdersdorf zu Ostzeiten einiges vorzuweisen. Der Rüdersdorfer Kalk- und Zementschmutz war allgegenwärtig und republikweit bekannt. Den alten Schmutz haben wir ersetzt durch Graffiti, Straßenschmutz und Straßen, die dem Motto „Loch an Loch und hält doch“ genügen. Ergänzt wird das durch den toll bepflanzten Kreisverkehr am Ortseingang. Auch die Unkrautwüste entlang der Straßenbahngleise ist sehenswert.
Wir sind als gelernte Ossis ja einiges gewöhnt. Aber gesagt werden muss das mal.


